Lernwerkstatt sucht noch ehrenamtliche Lernbegleiter

Sechs Wochen Sommerferien: Für viele Schülerinnen und Schüler eine heiß ersehnte Auszeit vom oftmals stressigen Schulalltag. Wenn im Herbst das neue Schuljahr beginnt, wechseln viele Schülerinnen und Schüler auf weiterführende Schulen. Damit die Kinder den neuen Anforderungen gewachsen sind und im Unterricht gut mitkommen, gibt es die Lernwerkstatt in der Villa RiWa: Hier bekommen Mädchen und Jungen der Hebelschule in der Klassenstufe fünf immer mittwochs unterschiedliche Methoden und Techniken an die Hand, die ihnen beim Lernen helfen. Um das Projekt weiter ausbauen zu können, werden Ehrenamtliche dringend gesucht.

Evin, Abir, Kauotar und Nazgül haben die Köpfe zusammengesteckt. Jeweils zu zweit diskutieren die vier Mädels, wie man die in der Woche zuvor erstellten Mindmaps am besten präsentieren kann. Zu verschiedenen Begriffen – darunter Minze, Cowboys und Prinzessin Lilifee – sollten die Kinder zugehörige Begriffe finden und sich so Wortfelder erschließen. Ein geschäftiges Gemurmel füllt den Arbeitsraum der Gemeinwesenarbeit Kreuzmatt in der Villa RiWa. Während die Fünftklässerinnen angeregt diskutieren, drehen Caroline Fages und Pascale Michlin ihre Runden um den großen Tisch, an dem die Mädchen sitzen. Die beiden sind nicht nur Mutter und Tochter, sondern arbeiten ehrenamtlich als Lernbegleiterinnen in der Lernwerkstatt. „Wir unterstützen die Kinder dabei, verschiedene Aspekte kennenzulernen, um Zugang und Freude am Lernen zu finden“, erklärt Caroline Fages. So helfe das Erarbeiten der Mindmaps dabei, den Wortschatz zu erweitern.
Die Präsentation der Ergebnisse gebe den Kindern Sicherheit, wenn sie später vor mehreren Leuten stehen werden und zum Beispiel Referate halten. Das sind aber nur zwei von vielen weiteren Methoden, die in der Lernwerkstatt Anwendung finden. Strichmännchen mit englischen Begriffen helfen beim Fremdsprachenlernen, Memory trainiert das Gedächtnis. Das Fach Mathematik wird den Kindern im wahrsten Sinne des Wortes schmackhaft gemacht: „Wir haben Crêpes anhand eines Rezepts gebacken und mussten bei den Mengenangaben sehr genau aufpassen“, erzählt Evin begeistert.

Von links nach rechts: Stefanie Studer, Mitarbeiterin in der Gemeinwesenarbeit Kreuzmatt, Robyn Tropf, Schulsozialarbeiterin der Hebelschule und Aurore Wenner, Bildungskoordinatorin der Stadt Kehl und Hauptkoordinatorin der Lernwerkstatt gemeinsam mit den beiden ehrenamtlichen Lernbegleiterinnen Caroline Fages und Pascale Michlin.zoom

Seit November 2018 gibt es das Angebot der Lernwerkstatt in der Villa RiWa. Immer mittwochs von 15.45 Uhr bis 17.45 Uhr können die Kinder mit Anmeldung vorbeikommen. „Es ist schön zu sehen, welchen Elan die Mädchen an den Tag legen, im Anschluss an die Schule noch hierherzukommen“, sagt Pascale Michlin begeistert. Hauptberuflich ist sie Übersetzerin, aber ihre Tochter Caroline habe so begeistert von der Arbeit mit den Kindern erzählt, dass sie sich das auch gerne anschauen wollte. Sie hat gerade erst angefangen; Caroline ist bereits von Beginn an als Lernbegleiterin dabei. Die Schülerin des Einstein-Gymnasiums besuchte damals die 10. Klasse, als sie auf das Projekt aufmerksam wurde, hatte im Vorfeld aber noch nie mit Kindern gearbeitet.
Für Aurore Wenner, Bildungskoordinatorin der Stadt Kehl und Hauptkoordinatorin der Lernwerkstatt, war das keine zwingende Voraussetzung: „Uns ist vor allem wichtig, dass die Ehrenamtlichen ein Gespür für Kinder haben und auch mal deren Perspektive einnehmen können.“ Ihre Kollegin Stefanie Studer, Mitarbeiterin in der Gemeinwesenarbeit Kreuzmatt, ergänzt: „Bei der Arbeit mit jüngeren Kindern muss man spontan sein. Die Entwicklung eines Unterrichtsprogramms soll sich an den Möglichkeiten und dem Bedarf der Kinder und Jugendlichen orientieren.“ Die beiden sind sich einig: Alles steht und fällt mit den Ehrenamtlichen. Diese sind auch jeweils selbstständig für den Inhalt und die Umsetzung jeder Sitzung zuständig. Die Lernbegleiterinnen sind dabei sehr gewissenhaft: Jeweils eine Woche im Voraus bereiten sie das Treffen mit den Kindern eigenständig vor. Neben der eigentlichen Idee und deren Ausarbeitung protokollieren sie im Nachhinein den Ablauf. „Alles in allem brauchen sie für die Vor- und Nachbereitung zwischen einer und drei Stunden“, erklärt Caroline Fages.

Die Kinder erarbeiten sich Themenfelder anhand von Mindmaps.zoom

Info

Das Angebot der Lernwerkstatt besteht seit November 2018 und richtet sich vorrangig an Kinder und Jugendliche aus der Hebelschule. Jeweils mittwochs von 15.45 Uhr bis 17.45 Uhr erhalten sie die notwendige Unterstützung, damit sie dort gut bestehen können.
Wer Interesse daran hat, als Lernbegleiterin oder Lernbegleiter zu arbeiten oder einmal in der Lernwerkstatt vorbei zu schnuppern, wendet sich telefonisch an Aurore Wenner unter 07851 88- 2106.

01.08.2019

 

Flüchtlingshilfe Kehl

Daten und Fakten zum Thema Flüchtlinge in Kehl sowie Informationen für ehrenamtliche Helfer sind auf der Internetpräsenz www.fluechtlingshilfe.kehl.de zusammengestellt.

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