Abwasserentsorgung

April 2017: Datenabfrage bei abwasserrelevanten Gewerbebetrieben

Kehler Gewerbe- und Industriebetriebe, die ihr Abwasser indirekt über die Kanalisation oder eine Kläranlage in ein Gewässer einleiten, werden im April ein Schreiben mit einem Fragebogen von den Technischen Diensten Kehl erhalten. In dem Brief werden sie darum gebeten, Angaben unter anderem zum Namen des Unternehmens, zu verantwortlichen Personen, zu Art und Umfang der Produktion sowie zur eingeleiteten Abwassermenge und gegebenenfalls zur Art der Abwasservorbehandlung zu machen. Um Abwasseranlagen vor Ort zu besichtigen und um offen gebliebene Fragen zu klären, werden Mitarbeiter der Technischen Dienste auch manche Betriebe besuchen.

Die Befragung dient der Aktualisierung des sogenannten Indirekteinleiterkatasters, in welchem alle Gewerbe- und Industriebetriebe verzeichnet sind, deren betriebliches Abwasser nicht direkt, sondern über eine öffentliche Abwasseranlage in ein Gewässer eingeleitet wird.
Die Technischen Dienste Kehl sind als Betreiber der öffentlichen Abwasseranlagen gesetzlich dazu verpflichtet, ein solches Indirekteinleiterkataster zu führen und regelmäßig zu aktualisieren. Dies ist erforderlich, um die Belastung der Kanalisation und der Kläranlage genauer ermitteln und den Betrieb der Anlagen sowie die Planungen der Abwasserbeseitigung optimieren zu können. Das Kataster ermöglicht außerdem eine schnellere Behebung von Störungen sowie eine raschere Erkennung von Betriebsproblemen.
Auf Basis der durch die Befragung per Post ermittelten Daten werden die Betriebe in Gefahrenklassen eingeteilt. Die Betriebsinhaber und –inhaberinnen sind verpflichtet, bei der Befragung korrekte Angaben zu machen. Die Daten, die die Technischen Dienste sammeln, werden von der Unteren Wasserbehörde im Landratsamt nachgeprüft.
Die Technischen Dienste Kehl sind an einer engen Zusammenarbeit mit den Betrieben interessiert und bitten die Verantwortlichen in den Betrieben um Unterstützung.


Kläranlage

Kläranlage

Zwischen den Ortsteilen Auenheim und Leutesheim liegt die 1981 erbaute Kläranlage. Sie übernimmt die Abwasserentsorgung von rund 35.000 Einwohnern. Das Abwasser wird durch Kanäle mit einer Länge von ca. 300 Kilometern von 40 Pump- und Hebewerken von den Ortsteilen bis zur Kläranlage gepumpt. Dort erfolgt die Reinigung in zwei Stufen. Die erste ist die mechanische, durch die hauptsächlich Feststoffe, Fette und absetzbare, ungelöste organische Stoffe mit Hilfe von Rechen, Sandfang und Vorklärbecken vom Abwasser getrennt werden. Danach folgt die biologische Reinigungsstufe, bei der in Belebungsbecken mit Hilfe von Mikroorganismen die gelösten Schmutzstoffe aus dem Wasser entfernt werden. Aus dem Nachklärbecken fließt das gereinigte Abwasser in den Rhein. Der Klärschlamm wird in den Faultürmen gesammelt. Dort wird er ausgefault und entwässert. Das hierbei entstehende Faulgas wird in zwei Blockheizkraftwerken zur Energiegewinnung genutzt. Seit 2003 wird der angefallene Klärschlamm nicht mehr an die Landwirtschaft weitergegeben, sondern in einer speziellen Verbrennungsanlage bei der Firma Köhler in Oberkirch verbrannt. In diesem Verfahren werden schädliche organische Inhaltsstoffe zerstört und die zu entsorgende Menge deutlich reduziert. Außerdem kann hier der Klärschlamm als Brennstoff zur Energiegewinnung genutzt werden. Der Klärschlamm wird mechanisch entwässert, bevor er von der Kläranlage zur Verbrennung kommt. Der Transport und die Einbringung in den Kessel der Firma Köhler in Oberkirch erfolgen ohne Geruchsbelästigung für die Umwelt.


Abwassermeister

Wolfgang Bruder
Junge Gründe 2
77694 Kehl-Auenheim


Tel: 07851 1894
Fax: 07851 76852
klaeranlage@stadt-kehl.de

 

Daten und Fakten

Es gibt zwei Systeme der Abwasserentsorgung, das Trennsystem und das Mischsystem. In der Kernstadt wird vor allem das Mischsystem verwendet, darunter versteht man die Ansammlung und Weiterleitung von Schmutz- und Regenwasser in einem Kanal zur Kläranlage. Dagegen erfolgt die Abwasserbeseitigung in den Ortsteilen durch ein Trennsystem. Der Unterschied zum Mischsystem liegt darin, dass es zwei getrennte Kanäle für Schmutz- und Regenwasser gibt.


Spezielle Daten

Kläranlage 1
Zuleitung Kläranlage km 296
Mischwasserkanäle km 24
Trennkanalisation km 272
Regenwasserkanäle der Trennkanalisation km 122
Regenüberlaufbecken 3
Abwasserpumpwerke 35
Regenwasserpumpwerke 5
Angeschlossene Einwohner 35000
Abwassermenge m³ pro Tag (Trockenwetterzufluss) ca. 8000
Abwassermenge gesamt m³ pro Jahr ca. 3800000
Kanäle km 296
Pump- und Hebewerke 40
Einwohnergleichwerte (EGW) 48.000

Gebühren

Die Schmutzwassergebühr pro Kubikmeter beträgt (seit 01.01.2017) 1,24 Euro.

Zusätzlich werden (seit 01.01.2017) 0,29 Euro pro Quadratmeter bebauter oder versiegelter Fläche auf Ihrem Grundstück berechnet (Niederschlagswasser).

Es fällt keine MwSt. an.

Die Gebühr für die Abwasserbeseitigung aus Hauskläranlagen beträgt 20,29 Euro pro Kubikmeter. Für die Abfuhr werden pro Kubikmeter Klärschlamm 15,05 Euro berechnet. 

Der Entwässerungsbeitrag beträgt je Quadratmeter Nutzungsfläche 2,68 Euro.


Entwässerungsbeiträge

Elke Meslati
Beate Schuler
Rathaus II
Herderstr. 3
77694 Kehl

Tel: 07851 88-1154
Tel: 07851 88-1159
Fax: 07851 88-1156
e.meslati@stadt-kehl.de
B.Schuler@Stadt-Kehl.de

 
 
 
 

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